Passivhaus

Ein Passivhaus kann ohne konventionelle Heizungsanlage warm gehalten werden. Die "passiv" vorhandenen Wärmequellen, Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten genügen, um die geringen Wärmeverluste auszugleichen.
Nur bei sehr tiefen Außentemperaturen muss zusätzlich Wärme zugeführt werden, bis zu 10 Watt pro m² Wohnfläche. Ein Einfamilienhaus könnte also mit einem Fön (1200 W) "beheizt" werden.
Die jährlich benötigte Wärmeenergie beträgt maximal 15kWh/m²a, das entspricht ca. 1,5 l Heizöl pro m² Wohnfläche. Bei einem Haus mit 130 m² Wohnfläche wären das rund 200 l Ölverbrauch im Jahr. Ein herkömmliches Gebäude, das die heutigen gesetzlichen Anforderungen erfüllt, benötigt die 4- bis 5-fache Menge!

Im Passivhaus wird das erreicht, durch eine sehr gute Wärmedämmung, Orientierung der Fenster nach Süden und eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Passivhäuser haben eine einfache Technik. Die Bedienung ist nicht komplizierter, als die einer Heizungsanlage. Die Luftqualität und der Wohnkomfort sind besser als im normalen Haus.

Die Baukosten sind ca. 5-15% höher als bei herkömmlichen Gebäuden. Diese Mehrkosten können jedoch durch öffentliche Förderprogramme abgedeckt werden. Bedenkt man die geringeren Betriebskosten und den höheren Wiederverkaufswert, ist das Passivhaus sogar günstiger. Zum genaueren Kostenvergleich habe ich ein Berechnungstool auf Excelbasis entwickelt

Die Außenhülle eines Passivhauses darf möglichst wenig Wärmeenergie entweichen lassen.
Das Maß für die wärmedämmende Eigenschaft einer Konstruktion ist der U-Wert (früher K-Wert). Außenwand und Dach erreichen mit Wärmedämmschichten von 30-40 cm Dicke, einen U-Wert von 0,10 - 0,15 W/(m²K). Eine massive Wand aus üblichen Porenbeton-Steinen müsste eine Dicke von ca. 140 cm haben, um diesen Wert ohne eine zusätzliche Wärmedämmschicht zu erreichen.

Die Außenbauteile müssen den beheizten Raum vollflächig umschließen. Unterbrechungen der Dämmschicht, auch Wärmebrücken genannt, sollen vermieden werden. Vor allem die Anschlusspunkte Boden/Wand und Wand/Dach müssen entsprechend geplant werden.

Die Außenhülle muss ausreichend Luftdicht sein, damit die warme Raumluft nicht durch Fugen entweichen kann und Bauschäden vermieden werden. Die Undichtigkeit wird mit dem 'Blower-door-test' gemessen. Im Passivhaus darf der Wert n50=0,6h-1 nicht überschreiten.


Ab 2021 dürfen nach EU-Richtlinie nur noch so genannte „Niedrigstenergiehäuser" gebaut werden. Das sind Gebäude, die eine sehr hohe Gesamtenergieeffizienz aufweisen. Der fast bei null liegende oder sehr geringe Energiebedarf „sollte" darüber hinaus aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Das Passivhaus bietet beste Voraussetzungen diese Anforderungen zu erfüllen.

Wer weitergehende Informationen zum Thema Passivhaus möchte, dem empfehle ich die folgenden Internetseiten:

Nullenergiehaus, Energieplushaus, Effizienzhaus Plus, ...

Es gibt viele Begriffe für ein Gebäude, dass im Jahr mindestens so viel oder mehr Energie produziert wie es selbst verbraucht. Egal wie man es nennt, in Zukunft wird der Anteil solcher Gebäude stark zunehmen. Um ein Haus als "Kraftwerk" zu betreiben, also mit ihm mehr Energie zu produziern als darin verbraucht wird, ist es sinnvoll die Energieverluste/Wärmeverluste des Gebäudes gering zu halten. Ein Passivhaus erfüllt diese Voraussetzung. Kombiniert mit einer Anlage zur Energieerzeugung, meist Photovoltaik auf dem Dach, ist das Ziel erreicht.

Aktivhaus, Smarthouse, ...

Ein weiterer Trend zeigt sich in der zunehmenden Gebäudeautomatisierung. Eine "intelligente" Steuerung liest Parameter verschiedenster Sensoren aus und kann von der Heizung, über die Lüftung bis zur Verschattung und der Beleuchtung alles regeln.